“Friede sei mit euch!“ (Joh. 20,21)


Gott will uns an Pfingsten seinen Geist schenken. Er möchte, dass wir erfüllt sind vom Staunen, von der Freude, von der Zuversicht. Dann können sogar Menschen, die eigentlich gerade von ganz anderem besetzt sind, davon bewegt werden. Dann können sogar Menschen, die eine andere Sprache sprechen, uns verstehen.

Denn Gottes Geist schafft in uns eine Freude, die nicht von den äußeren Umständen abhängt. Gottes Geist schafft uns eine Offenheit, um auf andere zuzugehen und sie froh machen zu wollen.

Davon erzählt auch eine Legende von den ersten Pfingstrosen: 

Als Jesus durch Galiläa zog, begegnete er einer Frau, mal wird sie Magdalena, mal Ruth genannt. Sie wäre gerne seine Jüngerin geworden und mit Jesus gezogen, war aber verheiratet und hatte Kinder. Als Jesus nach drei Tagen weiterzog, blieb sie zu Hause. Eines Tages brachte ein Jünger ihr die traurige Nachricht von Jesu Tod. In ihrer Trauer lief sie in ihren Rosengarten und weinte. Da erklang plötzlich wunderschöne leise Musik. Sie war wie verzaubert und spürte plötzlich einen tiefen Trost in sich. Einige Wochen später kam der Jünger wieder ins Dorf. Freudestrahlend erzählte er ihr von Jesu Auferstehung, von seiner Auffahrt in den Himmel und vom ersten Pfingstfest. „Stell dir vor, Gottes Geist kam über alle seine Jünger. Alle wurden getröstet. Niemand war mehr traurig, sondern alle von einer großen Freude erfüllt. Wir wissen nun, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Und wir glauben, dass wir das ewige Leben bei Gott haben werden.“ Die Frau lief in ihren Rosengarten und traute ihren Augen nicht. Denn ihre Sträucher waren übervoll mit Rosen bedeckt. Aber diese Rosen hatten keine Dornen. Es waren die ersten Pfingstrosen. Die Frau dachte: „Gott hat die Dornen fortgenommen und das Leid in Freude verwandelt."

An Pfingsten kommt ein frischer Wind in unser Leben. Die Dornen bleiben uns nicht erspart im Leben. Schmerz und Weinen auch nicht. Und auch die Erfahrung nicht, dass unser Leben manchmal sehr grau und unser Zusammenleben alles andere als frisch ist. Aber Pfingsten hält an Ostern fest, an der Hoffnung, dass Gott Leid in Freude, Kraftlosigkeit in neuen Mut, Streit und Unverständnis in neues Verstehen, Enge in Weite, Tod in Leben verwandelt.

Die Blüten- und Farbenpracht der Pfingstrose, ihr Duft lässt uns davon etwas ahnen. Pfingsten, der Heilige Geist duftet nach Pfingstrosen. So wie der Duft der Pfingstrose will der Heilige Geist zu uns kommen. So, dass wir ihn aufnehmen, einatmen, dass wir uns erfüllen lassen von ihm, seiner Kraft, seiner Liebe.

 Dann können wir auch etwas von diesem himmlischen Duft und Wohlgeruch weiterverbreiten. Ein Wohlgeruch für andere sein. Einander in schwierigen Lebensphasen nicht allein lassen, einander besuchen, einander unser Leid klagen und auch Hoffnung machen und uns gegenseitig im Glauben bestärken, dass Gott uns nicht alleine lässt.

Eure/Ihre

Rita Mick-Solle

©  2024  Tourismusseelsorge der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hévíz    |    Impressum    |    Webauftrittt von itp Lanzarote