Pfarrer

Liebe Mitglieder und Freundinnen und Freunde der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde  Balaton-Héviz,


„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, so lesen wir im Wochenspruch für Juni, der in der Apostelgeschichte 5, 29 steht.

 

     Hören und gehorchen, beide Wörter gehören zur gleichen „Wort-Familie“, sind also miteinander verwandt, und doch empfinden wir ihre Bedeutung und Botschaft ganz unterschiedlich. 

     „Hören“ ist erst einmal unverbindlich, „gehorchen“ dagegen schon eine aktive Entscheidung, anstrengend womöglich und nicht freiwillig. Beim „Hören“ verbinden wir vielleicht Musik, die uns gefällt und erfreut, empfinden Leichtigkeit und gute Laune. 

     „Gehorchen“ – da spüren wir wohl eher ein drückendes Gefälle von oben nach unten, denken viel-leicht an militärischen Gehorsam, fühlen uns fremdbestimmt. Gehorchen hat mit Macht zu tun:  ich mache etwas, weil ein anderer es so will. Schade, dass das Gefühl beim „Gehorchen“ gleich so negativ besetzt ist. Lässt es sich auch positiv empfinden, ungezwungen, abgeklärt, sogar wohlgesonnen?

Ja, dann, wenn wir innerlich einverstanden sind mit dem, was zu machen ist. Oder wenn wir gut motiviert werden und uns mit den gewünschten Zielen identifizieren. Kurzum, wenn wir das Gefühl haben: ich mache das weil ich das (auch) will. 

     Wie kann ich Gott gehorchen ohne jenes bedrückende Gefühl, gezwungen und fremdbestimmt zu sein? Ohne den Eindruck zu haben: ich muss das machen, aber eigentlich will ich gar nicht?

     Gott ist die Liebe, heißt es im 1.Johannesbrief. Genau das ist die Antwort. Wer sich geliebt weiß, wird sich nicht gezwungen fühlen. Und kann es Größeres geben auf Erden als der Liebe zu gehorchen? Wäre das etwa eine Zumutung, die uns fremdbestimmt? 

    „Gottes Liebe ist wie die Sonne, sie ist immer und überall da!“ Dieses Lied wird gerne von Kindern gesungen. Die Sonne am Himmel ist ein deutlicher Hinweis auf Gottes Liebe. Ich erkenne in der Schöpfung den Schöpfer Himmels und der Erde. Er liebt mich, deshalb lässt er seine Sonne scheinen über mich und meinen Nächsten. Manchmal schiebt sich eine Wolke dazwischen. Die Liebe Gottes ist nicht sichtbar. Es bereitet mir Mühe, sie zu erkennen. Trotzdem scheint die Sonne über mir. Das Licht gibt mir Kraft und lässt mich auf Gott vertrauen und ihm gehorchen.

     Gott gehorchen – das gelingt, weil und wenn wir es hören und darauf vertrauen, dass Gott uns liebt wie Tochter und Sohn.

Mögen Sie/möget Ihr Gott spüren, dass Gottes Liebe wie die Sonne ist und immer und überall da ist.

Ihre/Eure

Rita Mick-Solle

 

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