Pfarrer

Liebe Mitglieder und Freundinnen und Freunde der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde  Balaton-Héviz,


bei einem Spaziergang am 1. März in Héviz wahrgenommen: ein zartes Blümchen wächst aus dem steinigen Boden. Hier beginnt Neues. Man muss jedoch genau hinschauen auf das kleine Zeichen des Neubeginns. Im Alltag kann man es leicht übersehen. Auch die Verheißung aus dem Buch des Propheten Jesaja: ,,Gott spricht: Siehe, ich will Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“ (Jesaja 43, 19). Der Satz wurde gehört, als viele Menschen aus dem Volk Israel in babylonischer Gefangenschaft verzweifelten. Realistisch betrachtet war eine Änderung der Verhältnisse unmöglich. Zu eindeutig waren die Machtverhältnisse. In diese Situation hinein wurden die Worte des Propheten gesprochen. „Gott will Neues schaffen! Und wenn ihr genau hinschaut, seht ihr schon die ersten Zeichen davon.“ Ist das unrealistisch? In diesem Moment sicherlich. Doch die babylonische Gefangenschaft hatte ein Ende.             

Manche Menschen empfinden ihr Leben nicht nur in diesen Zeiten der Pandemie ähnlich wie die Menschen damals. Grau in Grau, ohne eine echte Perspektive. Sie können genau schildern, warum sich in ihrem Leben und in unserer Gesellschaft wenig ändern wird. Sie können auch detailliert beschreiben, was alles im Argen liegt und welche Verluste gegenüber früher zu verzeichnen sind. Vor fast alles wird ein Minuszeichen gesetzt. Doch für mich haben sie nur zum Teil Recht.

Die Sorgen und Nöte möchte ich nicht kleinreden. Ich teile sie. Aber ich möchte mich von ihnen nicht überwältigen lassen.

Wie wäre es, wenn wir einen Perspektivwechsel vornähmen und nach den kleinen, bisher unbeobachteten Zeichen Ausschau hielten, von denen der Prophet spricht? Dann würden die Sinne geschärft und die Herzen offen für das Neue, das Gott für uns bereithält.

Mit dem Glauben an den Auferstandenen und mit der Auferstehung im Herzen, wird unser Blick in die Welt immer wieder zu einem Staunen und Wundern. Da wird das neue Leben im Frühling zum Zeichen, dass aus Totgeglaubtem Neues wachsen kann, dass Veränderungen immer wieder möglich sind in unserem Leben, das innere und äußere Heilung möglich ist, ja, dass nichts bleiben muss, wie es ist.

Dazu ermuntert das bevorstehende Osterfest. Mitten in die Verzweiflung über den Tod Jesu setzt Gott ein Zeichen des Lebens: Auferstehung! Der Tod hat nicht das letzte Wort. Ich bin sicher: Zeichen für Gottes heilvolles Handeln in der Welt und in unserem Leben lassen sich in erstaunlicher Fülle finden. So wie ein zartes Blümchen in steiniger Erde.

Der auferstandene Christus ruft dir zu: Ganz gleich durch welche Tiefen dein Weg auch geht, was du auch immer durchlebst an Schönem und Schwerem, mit mir an deiner Seite, kannst du vertrauensvoll weitergehen.

Gesegnete und frohe Ostern wünscht Ihnen/wünscht Euch

Ihre/Eure

Rita Mick-Solle


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