Pfarrer

Liebe Mitglieder und Freundinnen und Freunde der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde  Balaton-Héviz,


„Wochenend und Sonnenschein und dann mit dir im Wald allein, weiter brauch ich nichts zum Glücklichsein“. So beginnt ein bekanntes Lied der Comedian Harmonists. Ein echter Werbesong für die Sonntagsruhe, so könnte man sagen. Und gerade in der Sommer- und Urlaubszeit ist es gut, sich einmal wieder an sie zu erinnern, die gute alte Sonntagsruhe. Schließlich ist sie der Ursprung für unseren Urlaubsgenuss, dafür, überhaupt die Arbeit von der Freizeit zu unterscheiden, den Alltag vom Feiertag.

Der Sonntag will das Leben feiern. Schon der allererste Feiertag tut das, der, den Gott selbst hält, am Ende der Schöpfungsgeschichte. Wir feiern, dass wir da sind, dass wir einander haben, dass Gott uns Atem schenkt. Dabei ist die Sonntagsruhe von Gott, von Jesus aus aktiver und fröhlicher, als die meisten im ersten Moment denken. Der Sonntag soll gefeiert werden.

Jesus hat ihn ganz gerne gefeiert. Er ist dazu in die Synagogen gegangen. Und er hat sich zu allen möglichen Menschen eingeladen und sich mit an einen Tisch gesetzt, bei Brot und Wein und noch viel mehr. Jesus beschreibt den Himmel so wie eine einzige Feierlichkeit, dass da gesungen und gelacht wird, dass da Freude herrscht. Sicher: ein bisschen müssen wir wohl noch üben, bis wir himmelstauglich werden. Wir sagen immer gerne „Ja, ABER“. Warum nicht einfach mal „JA!“ Bei Jesus gilt allerhöchstens:

„JA – TROTZDEM!“

Übrigens: wer so feiert wie Jesus, der lässt den Sonntag in den Alltag wandern. Wer feiert, muss nicht beiseite schieben, dass da manches nicht so gut ist im Leben. Muss nicht so tun, als kennte er keine Trauer. Als wüsste er nicht um das Elend. Jesus feiert mit den Menschen – doch nicht an ihnen vorbei. Er feiert – und kommt den Menschen nahe. Er setzt sich zu ihnen und fragt: Wie geht’s? So ganz nebenbei bei mancher Feier, da befreit er einen von seiner Trauer oder Schuld. Von seiner Ungeduld. Da gibt er dem Zöllner einen neuen Weg. Da gibt er uns einen Fingerzeig zum rechten Feiern. Das ist Gottes Dienst!

Der Schöpfer schenkt uns jede Woche einen Sonntag. Zum Üben für die Kunst des Lebens. Als Fest, als Kurzurlaub unter Gottes Schirmherrschaft. Gott schenkt uns den Sonntag, damit wir wie Reisende seine himmlische Welt entdecken lernen. Denn am Sonntag, an ihm wird deutlich, wer hinter all dem Urlaubsspaß wohl steht. Wer uns da einlädt in seine weite Welt hinaus und hinein.

Gott gehorchen – das gelingt, weil und wenn wir es hören und darauf vertrauen, dass Gott uns liebt wie Tochter und Sohn.

Mögen Sie/möget Ihr erleben. dass Gott uns einlädt in seine bunte, weite Welt

Ihre/Eure

Rita Mick-Solle

 

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