Liebe Leser und liebe Leserinnen


der tägliche Trott wird bei vielen durch einen erholsamen Sommerurlaub unterbrochen, doch ganz aufhalten lässt er sich nicht. Der Alltag mit seiner Routine ist ja auch dort eine gute Sache, wo er uns Halt und Orientierung gibt, wo er uns einen Rhythmus vorgibt, den wir gerne in uns aufnehmen, um die täglichen Anforderungen zu bewältigen. Doch er hat auch seine Tücken. Die Routine kann auch bei allem sommerlichen Sonnenschein als graues Einerlei wahrgenommen werden und auch der schönste Rhythmus kann sich auf die Dauer wie ein monotones Hämmern anhören. Und ehe man sich versieht ist der Satz auf den Lippen: „Das ist heute einfach nicht mein Tag.“

Ein Vers aus dem Psalm 118 begleitet mich seit langen Jahren durch meinen Alltag, gerade auch, wenn ich gestresst bin „Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“ (Psalm 118, 24)

Dieses Psalmwort kann eine entlastende Wirkung haben. Es liegt nicht hauptsächlich an mir selber, ob ein Tag gelungen ist. Es wird deutlich, dass es überhaupt nicht „mein Tag“ im strengen Sinne ist, sondern, dass Gott, der Schöpfer der Welt, jeden Tag aufs Neue schenkt.

Gott hat den Tag gemacht; mit all seinen Freuden aber auch mit all seinen Niederlagen. Auch die verschweigt der Psalmbeter nicht, wenn er in Vers 25 fortfährt: „O Herr, hilf! O Herr, lass es wohl gelingen!“

Dass Gott Teil unseres Lebens ist, dass er uns Atem gegeben hat und uns Zeit in seiner schönen Welt schenkt ist ein Grund zur Freude und zur Fröhlichkeit. Dass Gott uns täglich mit seinem Geist begleiten und uns durch sein Wort stärken will, lässt uns hoffen, dass er es gut mit uns meint. Und von dieser Hoffnung getragen, kann es möglich sein, die trüben Tage, die auch in der sonnigen Jahreszeit vorkommen, als Geschenk zu erkennen. So hat Freiherr von Knigge (1752-1796) einst den Reisenden geraten: „Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen und dass man sich durch kleine widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter und dergleichen nicht niederschlagen lasse“.

So wünsche ich Ihnen / Euch viele erfüllte Stunden und Tage, sei es zu Hause oder unterwegs auf Reisen:

Mögest du dich jeden Tag neu in ein Leben locken lassen,
das deine Sinne beflügelt,
möge jeder neue Tag dir den Blick für die Schönheit der Welt schärfen,
mögest du getragen werden von Freude und Fröhlichkeit,
und mögest du spüren,
dass Gott dich fest in seiner Hand hält.

Eure/Ihre

Pfarrerin Rita Mick-Solle

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