Pfarrer


“Ein jeder mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn” 
(Jak 1,19)


Pfrin Dr. Gartner-Schultz

Weise Lebensregeln begegnen uns in diesen Worten, erst zuhören, dann reden und wenn möglich gar nicht erst aufregen und zornig werden. Nur ist das Umsetzen dieser Empfehlungen nicht ganz so leicht. Ich habe den Eindruck, dass das Zuhören  in unserer Kommunikaton verlernt worden ist. Wenn einer etwas sagt, ist der andere oftmals in seinen Gedanken schon mit der Antwort beschäftigt und hört nicht richtig und bis zum Ende des Gesprochenen zu.

“Aber mit dem Hören beginnt alles, denn alles ist schon da,” empfielt ein hochbegabter Musiker seinem Chor. Vor dem ersten Ton, der gesungen werden soll, ist es wichtig auf sich selbst, auf das Innere, die eigenen Töne zu hören. Und so ist auch die erste Aufgabe dieses Chores, dass jeder und jede ihren eigenen Ton findet. Ein Rezept zur Chorleitung, das ungewöhlich erscheinen mag, aber den Singenden hilft, ihre und andere Töne zu finden, weil sie zuerst gehört haben.

Nun, dem anderen richtig zu zuhören,ist schwierig. Es bedeutet, sich selbst und seine eigenen Gedanken zurück zu nehmen, sich als Person in den Hintergund zu stellen, und den gesamten Raum dem anderen, dem ich zuhören will, zu geben. Dann wird das Zuhören für den Hörenden zur Bereicherung, weil er den anderen wahrnehmen kann. Übrigens: Das Wort hören kommt in seiner indogermanischen Wurzel vom Wort achtgeben, wahrnehmen her!

“Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörer. Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören. So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden hören. Beten heißt still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.“ (Kierkegaard)


Heiderose und Uwe wünschen Euch/ Ihnen einen gesegneten Juli.


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